Travel

Mexiko – ein Land zum Verlieben?

Mexiko Mexico City Hotelausblick

Ich muss ehrlich zugeben, ich hatte einige Vorbehalte gegenüber Mexiko. Und ich kann gar nicht genau sagen, welche und warum. Es war irgendwie nicht mein Land – da wollte ich nicht hin.

WIE ES DANN DOCH PLÖTZLICH NACH MEXIKO GING

Als ich mich in die USA aufmachte, hoffte ich sehr, meinen Cousin auf seinen vielen Reisen, die er aufgrund seiner Arbeit macht, ab und zu mal begleiten zu können. Das hatte er mir nämlich schon vorher versprochen. Prima. Ich wusste, dass er öfter in Mexiko zu tun hat und im Stillen hoffte ich, dass es nicht gerade dieses Land sein wird.

Ich glaube, meine größte Angst waren die Erzählungen, dass es dort so gefährlich sein soll. Drogenhandel, Kriminalität, was weiß ich. Und dann noch als Frau dort allein unterwegs. Schließlich wäre ich ja die meiste Zeit allein und hocke dann sicherlich nicht im Hotel.

UND JETZT SOLL ES DOCH MEXIKO SEIN?

Ich kam bei ihm an und das erste, was er mir erzählte, war: „Ich heirate in Mexiko und möchte, dass du mitkommst.“

Ach herrje, so sehr mein Verstand auch einsprang und mir ganz viele Gründe lieferte, es nicht zu tun: DAS konnte ich ja nun wirklich nicht ausschlagen. Also doch Mexiko.

Bei meinen Reisen z.B nach Indien und Afrika habe ich große Städte und ärmere Länder kennengelernt. Für mich bedeutet das immer wieder, aus meiner Komfortzone herauszukommen und Ängste zu überwinden. Das ist ja mein Problem, wenn ich Neues kennenlerne. Dabei wünsche ich mir so sehr, mit offenem Herzen auf fremde Menschen, Orte und Situationen zugehen zu können. Und ich mache das auch immer öfter, aber ich stehe noch am Anfang.

MEIN REISEKOFFER GIBT NICHT DIE RICHTIGE KLEIDUNG HER

Der erste Schritt war jetzt erstmal einzukaufen. Ich hatte mich auf einen kalten, schneereichen Winter in Chicago eingestellt und dementsprechende Kleidung mit, die ich in Mexiko garantiert nicht gebrauchen kann.

Also ab in die Stadt und noch ein paar günstige Sommer-Sales ergattern. Wo zum Teufel soll ich im November noch Shorts und Flip-Flops herbekommen? Ich hatte die Befürchtung, dass ich bei meiner Größe in Mexiko nichts bekomme, wo doch selbst die Männer alle kleiner sind als ich. Das hätte sich im Nachhinein auch als schwierig gestaltet, wenn ich nicht ausschließlich in Männersachen rumlaufen möchte.

ANKUNFT IN MEXICO CITY

Wir landeten in Mexico City (Ciudad de México oder México D.F.) und da wurde mir erstmal bewusst, dass diese Stadt und ihre Region zu den zehn größten Megastädten gehört mit seinen 20 (ZWANZIG) Millionen Einwohnern. Wow!

Und so fühlte es sich auch an. Eine vibrierende, laute und abgasreiche Stadt. Die Smogwolke lag über ihr und ließ an den meisten Tagen die Berge nicht erkennen. Allerdings wird jeden Sonntag Vormittag u.a. die 8-spurige Hauptstraße (die Champs-Élysées von Mexico City) für den Verkehr gesperrt, so dass sich dort die Fahrradfahrer, Inline-Skater und Jogger tummeln. Die Fußgängerübergänge werden z.T. per Verkehrspolizei geregelt, damit man eine Chance hat, diese breite Straße zu überqueren. Als ich dort war, fand eine Art Fahrrad-Rallye statt mit vielen Begleitprogrammen auf den großen Plätzen. Musik, Tanzvorführungen, Infostände – Hauptsache laut und voll. Aber es hatte so einen ganz speziellen Charme.

Gesperrter Paseo de la Reforma, Mexico City Mexiko

Fahrradparkplatz Reforma 222 Mexico City Mexiko

Ja, und in Mexico City wird viel Rad gefahren.  Wie man schon an diesem Fahrradhaufen auf dem Platz vor dem „Reforma 222“, einem Einkaufscenter, erkennen kann. Eine tolle Einrichtung, die ich auch schon in Amerika bewundert habe, ist für mich der Fahrradverleih, der außerordentlich praktisch und einfach abgewickelt wird: EcoBici

EcoBici Station Mexiko Mexico City

Diese Stationen gibt es in der ganzen Stadt verteilt. Man kann es sich direkt an der Station per Kreditkarte ausleihen und kann es dann an einer anderen Station wieder abstellen. Ich habe es in Mexiko zwar nicht genutzt, weil wir meistens gelaufen sind und die Zeit zu kurz war. Aber sonst eine tolle Sache.

MEXICO – EIN LAND VOLLER LIEBE

Was mir besonders aufgefallen ist: Mexiko ist für mich ein Lande der Liebe. Überall siehst du Pärchen – egal welchen Geschlechts. Homosexuelle Paare sind genauso selbstverständlich wie heterosexuelle. Auf den Bänken siehst du viele Menschen abends sitzen, die sich was erzählen, etwas trinken (nicht be-trinken), ein Buch lesen, knutschen oder einfach nur den Abend genießen. Es hat für mich so eine ganz spezielle Energie: voller Gemeinschaft und eben Liebe.

 

Wenn wir irgendwo standen und nicht weiterwussten – trotz eines hervorragenden Verkehrsnetzes bleibt es eine riesige Stadt – kam sofort jemand an und fragte, ob er uns weiterhelfen kann. Auch wenn ich alle drei Meter angesprochen wurde, ob ich ein Taxi möchte, es hatte nichts Aufdringliches an sich. Einfach nur hilfsbereit und freundlich. Und die Mexikaner freuten sich um so mehr, wenn ich mit ihnen spanisch sprach. Sie waren voller Respekt und Dankbarkeit, dass ich mir die Mühe mache in ihrer Sprache zu sprechen.

 

Mexiko Angel de la Independencia

 

Wollt ihr mehr aus Mexiko?

Wie ist es mit euch? Habt ihr Orte oder Länder, die ihr favorisiert bzw. wo ihr gar nicht hin wollt? Und wie lernt ihr dort am besten neue Leute kennen?

Schreibt mir doch unten in den Kommentaren.

Ich drücke euch,
eure Kerstin

You Might Also Like

No Comments

Leave a Reply