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Freiheit und Entscheidungen

2.02.2022 | Business, Coaching, Essay, Schreiben | 4 Kommentare

Vor ein paar Monaten bin ich umgezogen. Und als ich so die hintersten Kisten aus den hintersten Ecken der hintersten Zimmer holte, fand ich eine Box mit meinen Tagebüchern. Jetzt könnte der Eindruck entstehen, dass ich in einem Palast wohne, bei den ganzen Ecken und Zimmern, aber ihr wisst schon, was ich meine. Natürlich kam ich nicht umhin, mich auf der Stelle niederzulassen, alles um mich herum zu vergessen (nicht wirklich förderlich, wenn man mitten im Umzug steckt – bei den ganzen Zimmern…) und tief in meine Memoiren einzutauchen. Ein ganz bestimmtes Wort fiel mir beim Durchblättern immer wieder auf: FREIHEIT. Meistens hatte ich es in großen dicken Buchstaben geschrieben und dreimal unterstrichen: präsent und unübersehbar. 

Für die Freiheit einstehen

Freiheit war für mich immer ein Begriff, der mir sehr sehr wichtig war und immer noch ist. Freiheit – und ich spreche hier von meiner Freiheit – ist etwas, was ich mir hart erkämpft habe. Was lange gedauert hat, wonach ich mich immer gesehnt habe, denn ich fühlte mich so gefangen. Wahrscheinlich gefangen in meinem eigenen Konstrukt. Ich stand mir selbst im Weg und konnte die Freiheit nicht sehen. Ich habe andere dafür verantwortlich gemacht, dass ich nicht meine Freiheit leben konnte. Und dann irgendwann habe ich mir gedacht:  Für meine Freiheit muss ich selber einstehen. Es ist nichts, was mir geschenkt wird oder was ich von allein, selbstverständlich und automatisch habe, sondern etwas, wofür ich selbst etwas tun muss. 

Was bedeutet denn Freiheit überhaupt für mich?

Jeder wird diesen Begriff anders auslegen, vielleicht abhängig von äußeren Umständen, Lebensphasen, Situationen … was auch immer. Für mich ist dieser Begriff sehr vielfältig. Er bedeutet zum Beispiel, dass ich die Möglichkeit habe, mich zu verwirklichen, meinen Träumen zu folgen oder noch intensiver: meinem Seelenruf zu folgen und somit meine Berufung zu leben. Ich habe aus astrologischer Sicht eine sehr starke Tendenz, meinen Beruf als meine Berufung auszuleben. Das heißt, dass für mich der Beruf nicht bedeutet, dass ich für eine bestimmte Zeit am Tag einer Arbeit nachgehe (meistens ja, um für seinen Lebensunterhalt zu sorgen) und ich danach Zeit habe, mich zu verwirklichen. Nein. Für mich nimmt das den größten Teil meines Tages ein und somit auch meines Lebens. Er IST mein Leben. Deswegen möchte ich diesen Bereich natürlich so füllen, dass es mich erfüllt.

Freiheit bedeutet für mich aber auch, dass ICH entscheide, mit wem ich meine Zeit verbringe, Wer mir gut tut, wer mich inspiriert, mit wem ich lachen kann, Dinge unternehmen kann, die mein Herz strahlen lassen, aber auch zusammen weinen oder philosophieren kann. Eine Beziehung auf Augenhöhe, die in Balance ist und bei der sich keiner über- oder ungesehen fühlt.

Freiheit zeigt sich für mich in ganz vielen Aspekten und es wurde mir immer wichtiger, genau darauf zu achten.

Entscheidungen treffen

Für diese Freiheit durfte ich Entscheidungen treffen. Entscheidungen, die einige verletzt haben und einige nicht verstehen konnten, aber dadurch eine Kerstin gezeigt haben, die es nicht allen recht machen kann. Es wird immer jemanden geben geben, dem es nicht gefällt, was ich mache.

Ich hatte aber den Anspruch an mich selbst, es ALLEN recht zu machen, niemanden zu übersehen oder zu übergehen. Aber die Einzige, die ich auf der Strecke gelassen habe, war ich selbst.

Vor jedem Wunder steht eine Entscheidung.“ habe ich letztens gelesen. Wie wahr. 

Mich für MICH zu entscheiden, war einer der größten Umbrüche in meinem Leben. Ich hatte danach oft das Gefühl, dass ich allein bin, dass ich egoistisch bin und niemanden habe, der mich auf meinem weiteren Weg begleitet.

Aber wie soll mein Leben weitergehen, wenn ich mich nicht mitnehme?

Trotz allem spürte ich tief in mir drin immer die Gewissheit, dass etwas Neues, Gutes kommt. Und so war es auch. Die Wunder passierten …

Loslassen

Ich durfte mich von einigen Menschen verabschieden und es gibt immer noch Menschen, die mich nicht verstehen werden. Aber es sind auch neue Menschen hinzugekommen, DIE mich verstehen. Die mich begleiten und unterstützen und das ist so wertvoll.

Aber vor allem – und das ist das Wichtigste – merke ich, dass ich endlich bei MIR bin, dass ich MIT MIR bin.

Dass ich nie allein sein kann, weil ich ja MICH habe.

Das bedeutet nicht, dass jetzt alles einfacher ist. Aber es fühlt sich für mich authentisch an.

4 Kommentare

  1. Katie

    So wunderschön ❤️

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    • Kerstin

      Danke dir, du Liebe.

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  2. Traudel

    Liebe Kerstin, ich kann alles was du schreibst zu 100% nachvollziehen, da ich wohl ganz ähnliche Erfahrungen gemacht habe. Ich habe mich bei der Verabschiedung von Beziehungen oft gefragt, ob mein Handeln richtig ist. Aber das war es im Nachhinein immer. Ich bin jetzt zwar viel öfter alleine, aber genau wie du schreibst, bin ich gerne mit mir zusammen. Und wenn man dann Menschen auf Augenhöhe begegnet, dann ist das eine grosse Freude. Alles Liebe wünsche ich dir.

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    • Kerstin

      Genaus so ist es, liebe Traudel.
      Ich danke dir für deine Worte. Dir auch alles Liebe und wundervolle Begegnungen.♥️

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Über mich

Ich bin Kerstin – leidenschaftliche Sammlerin von schönen Momenten, aber auch ästhetischen Buchstaben und Bildern. Ich brenne dafür, die Welt zu bereisen, neue Einblicke zu gewinnen und meinen Horizont zu erweitern.
Ich liebe es, Gedanken zu strukturieren und sie dann auf Papier zu bringen. Entweder als Bild oder als Text.

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